Specialty Coffee — Deutschland
Der Bezirk entscheidet hier mehr als der Name über der Tür. Berlin hat kein Kaffeezentrum, dafür sechs Kieze, die sich wie eigene Städte verhalten, und Röstereien, die ihren Ausschank nie aus der Hand gegeben haben. Ein Tag, zwei Bezirke – mehr braucht es nicht, und mehr trägt der Tag auch nicht.
Städte mit Specialty Coffee — Deutschland
Kaffeeröstereien — Deutschland
19grams Coffee RoastersBerlin· 2002
Andraschko KaffeemanufakturBerlin· 2006
BEANLAB KaffeeröstereiMonheim am RheinBonanza Coffee RoastersBerlinCebe Coffee RoastersBerlinElbgoldHamburg
Five ElephantBerlin· 2010
Fjord Coffee RoastersBerlin· 2016Hoppenworth & PlochFrankfurt am MainImpala CoffeeBerlinKaffeesaurusCologneMachhörndlNuremberg
Man Versus MachineMunich· 2014Mókuska CaffèStuttgartNord Coast Coffee RoasteryHamburgPopulus CoffeeBerlinPublic Coffee RoastersHamburgQuijote CoffeeHamburgRöststätte BerlinBerlinSupremo Coffee RoastersUnterhaching
The BarnBerlin· 2010Wer röstet, schenkt auch selbst aus
Bonanza, Five Elephant, 19grams, Fjord, Cebe, Impala, Andraschko: alle rösten in Berlin, und meistens steht hinter der Bar jemand, der die Bohne auch selbst durch die Trommel geschickt hat. Das ändert, was sich am Tresen zu fragen lohnt. Nicht, was das Beste ist, sondern wann der Lot angekommen ist, was er ersetzt hat und woran sie diese Woche gerade einstellen. Steht derselbe Kaffee als Espresso und als Filter auf der Tafel, nimm beides – der Abstand zwischen den beiden ist das Aufschlussreichste, was eine Rösterbar zeigen kann, und niemand dahinter muss dafür erst beim Lieferanten nachfragen. Die Räume sehen entsprechend aus: Sichtbeton, Trommel im Raum oder eine Etage tiefer, lange Bänke, und sonntags ab elf steht die Schlange auf dem Gehweg.
Sechs Kieze, die sich nicht umeinander kümmern
Eine Kaffeestraße gibt es nicht, und kein Bezirk hat das Rennen gemacht. Kreuzberg, Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Wedding laufen wie Kleinstädte mit eigenen Öffnungszeiten und eigenem Publikum, und die Wege dazwischen sind länger, als das Kartenbild nahelegt: vom Kottbusser Tor zur Kastanienallee sieht auf dem Display nach Spaziergang aus und frisst zu Fuß fast eine Stunde. Nimm zwei benachbarte Bezirke pro Tag, lauf den einen ab und fahr ein paar Stationen in den anderen. Außerhalb Berlins sind hier noch keine Cafés eingetragen, Hamburg, München, Köln und Leipzig kommen später, also bleibt eine Route aus diesen Seiten ohnehin in einer Stadt – was die bessere Art ist, sie zu bauen.
Tüten aus Hamburg, Frankfurt und Monheim am Rhein
Ein Teil der Röster, die unter Deutschland stehen, sitzt weit weg von der Stadt und hat hier keine Bar: Elbgold in Hamburg, Hoppenworth & Ploch in Frankfurt am Main, BEANLAB in Monheim am Rhein. Das sind vorerst Namen fürs Regal, keine Ziele – eine Bestellung wert, sobald du aus den Berliner Bars weißt, was dir schmeckt, damit du etwas zum Vergleichen hast. Und wenn du in der Stadt Bohnen kaufst, dann am Ende des Tages und nicht am Anfang; den zweiten Bezirk macht ein Kilo im Rucksack niemandem schöner.
Zwei Gewohnheiten tragen so einen Tag. Früh anfangen: zwischen Öffnung und halb elf liegt das einzige verlässliche Fenster, bevor die Laptops die Tische übernehmen und das Frühstückspublikum sich für zwei Stunden einrichtet. Und Bargeld mitnehmen. Genug kleine Läden bevorzugen es immer noch, und ausgerechnet der eine ist selten der, auf den du verzichten wolltest.
